Das Kreiskrankenhaus-Alzenau-Wasserlos informiert
Pflegedokumentation
Durch IT sind auch in der Pflege Kostensenkung, Produktivitätssteigerung und Qualitätssicherung möglich. Im Rahmen der Wettbewerbsfähigkeit der Krankenhäuser kommen dem Anwender und der Industrie ebenso wie der Forschung bestimmende Rollen zu. Alle drei Bereiche müssen dazu beitragen, den internen Arbeitsablauf in der Pflege zu verbessern und Geschäftsprozesse zu optimieren. Das Stichwort dazu lautet: Workflow-Optimierung.
Das Kreiskrankenhaus Alzenau-Wasserlos im Kreis Aschaffenburg hat 170 Betten und behandelt 6000 Patienten im Jahr. Wir entschieden uns 1998 für die Einführung des Klinik-Informationssystems ORBIS der GWI AG (heute Agfa). Die Software ersetzte die bis dato vorhandene IT-Lösung, die zur Jahrtausendwende eingestellt werden sollte, zunächst in der Verwaltung sowie in der Ambulanz und im OP. Ausschlaggebend für die Wahl des neuen Klinik-Informationssystems war vor allem sein integrierter Ansatz. Als weitere Funktionen gingen schon nach kurzer Zeit die elektronische Arztbriefschreibung und ein Dienstplanprogramm in den Echtbetrieb. Die Einführung der elektronischen Pflegedokumentation begann im Jahr 2000, zwei Jahre später folgte die digitale Fieberkurve. Durch den Einsatz der mobilen Notebooks beziehungsweise Tablet- PCs können die Daten an jedem Ort erfasst werden und stehen allen an dem Behandlungsprozess beteiligten Personen jederzeit auch an jedem Ort im Kreiskrankenhaus zur Verfügung. Anfang 2004 wurde die Laborsoftware in Betrieb genommen.
Durch den Einsatz dieser Software ist das "papierlose Krankenhaus" nahezu umgesetzt worden. Es ist gelungen, die Computertechnik und die Patientenbehandlung sinnvoll miteinander zu verbinden. Der Patient bleibt Mittelpunkt, das EDV-System unterstützt unsere Philosophie des ganzheitlichen Ansatzes.
Bei unseren Patienten löst die Dokumentation ein durchweg positives Echo aus. Die Patienten fühlen sich im digitalisierten Kreiskrankenhaus gut aufgehoben und attestieren dem Personal ein hohes Maß an Fachkompetenz und Professionalität. Für unser Personal steht in erster Linie nicht die Zeitersparnis, sondern die Qualitätskontrolle, -sicherung und -verbesserung im Vordergrund.
Konzeption der Pflegedokumentation
Das Konzept beinhaltet, dass die komplette Dokumentation und Kommunikation in der Pflege durch die Software abgebildet werden. Immer wiederkehrende Eintragungen - zum Beispiel in Pflegeplänen - müssen nicht wiederholt niedergeschrieben werden. Zeiträume für Neueinschätzungen werden festgelegt und das System zeigt in der Stationsübersicht an, sobald eine Neueinschätzung, zum Beispiel des Dekubitusprotokolls, erfolgen soll.
Stationsgrafik
Die grafische Darstellung der Station und der Belegung ist der Dreh- und Angelpunkt der Zugangsmöglichkeiten für die Dokumentation. Wir haben sofort den Überblick über alle Patienten auf der Station. Von hier aus greifen wir direkt auf die für uns freigegebenen medizini-schen, pflegerischen und administrativen Informationen zu. Auf einen Blick erkennt man geplante Maßnahmen, Aufträge, neue Befunde, Bettzuweisungen, Verlegungen und Entlassungen. Von der Stationsgrafik aus gelangen wir auch in die Patientenakte, in der alle Informationen zu einem Patienten gebündelt werden.
Pflegebasisdokumentation
Die Basisdokumentation für die Pflege verwendet die aus der Praxis bekannten Formulare, dies trägt zur Arbeitserleichterung bei.
Pflegeanamnese
In der Pflegeanamnese lassen sich die häusliche Situation und der Aufnahmezustand des Patienten differenziert erfassen. Als Gliederung dient das verwendete Pflegemodell. Erfasste Pflegeprobleme oder Pflegediagnosen werden in die Pflegeplanung übernommen. Es wird von der Möglichkeit gebrauch gemacht, pflegerelevante ICD-10-Diagnosen als Vorschlag zu erfas-sen und in den DRG-Work-Place des behandelnden Arztes zu überführen.
Überleitungs- oder Entlassungsbericht
Die Informationen aus der Pflegeanamnese können übernommen und durch Daten aus der Krankengeschichte ergänzt werden. Die Erstellung des Berichtes ist ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand in circa drei Minuten möglich. Von unserer Seite aus könnte der Bericht ohne erhöhten Zeitaufwand statt per Fax auch Online zu den externen Pflegediensten übertragen werden. Bislang sind die externen Pflegedienste noch nicht darauf eingerichtet.
Dekubitusdokumentation
Durch grafische Unterstützung und digitale Bildhinterlegung ist eine schnelle Orientierung möglich. Das Dekubitusrisiko wird bei uns mit der Bradenskala überprüft (auch andere Skalen sind möglich). Auswertungen geben Auskunft über die Häufigkeit von Dekubitus zum Aufnahme- und Entlassungszeitpunkt und liefern Daten zur Qualitätssicherung. Dekubitusmeldungen können als Bericht an die Qualitätssicherungsstelle gesendet werden, um über die Inzidenz und Prävalenz von Pflegephänomenen (hier Dekubitus) zu informieren.
Wundmanagement
Im Wundmanagement erfassen wir auch mehrere Wunden inklusive der Wundbehandlung parallel. Ein Bericht zum Wundverlauf zeigt auf einem Blick, ob die Therapie den gewünschten Effekt hatte oder ob eine Behandlungskorrektur vorgenommen werden muss. Die digitale Bild-hinterlegung ergänzt die Dokumentation.
Assessmentinstrumente in der Pflege
Mit Barthel-Index, FIM, MMSE, Sturzrisikoskala, etc. stehen standardisierte Instrumente für die Beurteilung von Pflegebedürftigkeit bereit. Die Pflegeaufwandserhebung nach PPR ist integriert. Die Leistungserfassung in der Pflege (LEP) ist möglich, wird aber von uns nicht genutzt. Spezielle Protokolle, z. B. Schlafprotokoll, Fixierungsbericht, Miktionsprotokoll, Trinkprotokoll oder Schmerzprotokoll ergänzen die Dokumentation. Bearbeitete Formulare werden automatisch zu einem Pflegebericht zusammengefasst. Dieser kann je nach Bedarf durch Freitext und Textbausteine ergänzt werden. Wichtige Beobachtungen oder Durchführungsbemerkungen können an den zuständigen Arzt geschickt, zur Übergabe vorgemerkt oder direkt für die Pflegeplanung vorgesehen werden.
Kurvenführung
Die grafische Umsetzung der Kurvenführung als Fieberkurve entspricht der vorherigen Papierform. Mit einem Blick sind Vitalwerte, Medikation oder Pflegemaßnahmen, durch die der Behandlungsverlauf abgebildet wird, erkennbar. Durchführungsbestätigungen der ausführenden Pflegekraft oder neue Anordnungen des zuständigen Arztes können direkt in der Kurvenführung dokumentiert werden. Die hochinformative Fieberkurve zeigt neben Anordnungen und sonstigen Texten auch Tendenzen (Scorings) und Verläufe (Puls, Temperatur). Laborergebnisse können auch in grafischer Form angesehen werden. Die Fieberkurve dient als zentrales Dokumentationsmedium in der Visitenbegleitung.
Pflegeprozessunterstützung
Die Pflegeplanungsübersicht bietet die Möglichkeit, verschiedene Pflegeprozessschritte anzulegen und miteinander zu verknüpfen. Vordefinierte Einträge für Pflegeprobleme, Pflegeziele und Pflegemaßnahmen sind in bereits verknüpften Pflegekatalogen enthalten und unterstützen so inhaltlich bei der Pflegeplanung. Pflegediagnosen können ebenfalls in die Pflegeplanung eingebunden werden. Mit Hilfe von weiteren Differenzierungsmöglichkeiten verlieren wir Nah- und Fernziel oder die Beauftragung von Kontrollen nicht aus den Augen. Von großem Nutzen ist die Hinterlegung von Pflegestandardplänen, die bei Übernahme patientenbezogen modifiziert oder erweitert werden können. Die Pflegestandards helfen, Richtlinien in der pflegerischen Versorgung festzulegen und auf einfache Weise in der Pflegeplanung zur Verfügung zu stellen. Durchführungsstandards, die in MS Word vorliegen, können einfach eingebunden werden.
Einführung der Pflegedokumentation
Es hat sich bewährt, mit bekannten Formularen aus der Pflegedokumentation zu beginnen, um den Einstieg zu erleichtern. Die Pilotstation wurde intensiver betreut als die Folgestationen. Als zweiter Schritt hat sich bei uns der weitere Ausbau durch die Kurvenführung bewährt. In Abstimmung mit den Ärzten ist die Kurvenführung zu einem wesentlichen Element der umfassenden, berufsgruppenübergreifenden elektronischen Patientenakte geworden. Die Pflegeprozessunterstützung ist der dritte Schwerpunkt und wird bei uns zurzeit auf einer Pilotstation getestet. Alle Anwender erhalten eine Basisschulung von circa eineinhalb Stunden durch die EDV-Abteilung, um den Umgang mit dem PC, der Maus und die Dateneingabe in den Basismodulen zu erlernen. Jede Station hat einen so genannten Key-User, der sicherstellt, dass in den ersten Tagen eine begleitende Schulung in den Pflegemodulen stattfindet. Die Schulungsinhalte und erfolge werden mittels einer Checkliste dokumentiert. Der Key-User überprüft, ob auch im laufenden Betrieb die Dokumentation korrekt geführt wird und leistet Hilfestellung.
Vorteile der elektronischen Patientenakte
Das Ziel ist es, tagtäglich Dokumentationsaufgaben zu vereinfachen, die Pflegeplanung zu unterstützen und Informationen zu nutzen. Redundanz wird vermieden, das heißt, die einmalig erfassten Informationen stehen an allen erforderlichen Stellen zur Verfügung. Eingebettet in das integrierte Workflow- und Managementsystem werden Lese- und Übermittlungsfehler sowie der Zeitaufwand für die Informationsbeschaffung reduziert. Die Auswertung von Informationen erlaubt es, Erfolge in der Betreuung der Patienten sichtbar zu machen. Durch die systematische Vorgehensweise und die umfassende Dokumentation der umfangreichen Aufgaben wurde die Pflege qualitativ verbessert. Erzielt wird eine Reihe von Vorteilen - betriebswirtschaftlich, administrativ und medizinisch. Die elektronische Patientenakte führt zum nahtlosen Zusammenspiel der medizinischen und pflegerischen Dokumentation. Das Ergebnis ist die einheitliche elektronische Patientenakte. Aus ökonomischer Sicht ist zu erwähnen, dass das Kodieren der pflegerelevanten Nebendiagnosen und die Kodierkontrolle im Rahmen des medizinischen Controllings durch die elektronische Patientenakte schnell und präzise durchgeführt werden kann.
Das Kreiskrankenhaus Alzenau-Wasserlos im Kreis Aschaffenburg hat 170 Betten und behandelt 6000 Patienten im Jahr. Wir entschieden uns 1998 für die Einführung des Klinik-Informationssystems ORBIS der GWI AG (heute Agfa). Die Software ersetzte die bis dato vorhandene IT-Lösung, die zur Jahrtausendwende eingestellt werden sollte, zunächst in der Verwaltung sowie in der Ambulanz und im OP. Ausschlaggebend für die Wahl des neuen Klinik-Informationssystems war vor allem sein integrierter Ansatz. Als weitere Funktionen gingen schon nach kurzer Zeit die elektronische Arztbriefschreibung und ein Dienstplanprogramm in den Echtbetrieb. Die Einführung der elektronischen Pflegedokumentation begann im Jahr 2000, zwei Jahre später folgte die digitale Fieberkurve. Durch den Einsatz der mobilen Notebooks beziehungsweise Tablet- PCs können die Daten an jedem Ort erfasst werden und stehen allen an dem Behandlungsprozess beteiligten Personen jederzeit auch an jedem Ort im Kreiskrankenhaus zur Verfügung. Anfang 2004 wurde die Laborsoftware in Betrieb genommen.
Durch den Einsatz dieser Software ist das "papierlose Krankenhaus" nahezu umgesetzt worden. Es ist gelungen, die Computertechnik und die Patientenbehandlung sinnvoll miteinander zu verbinden. Der Patient bleibt Mittelpunkt, das EDV-System unterstützt unsere Philosophie des ganzheitlichen Ansatzes.
Bei unseren Patienten löst die Dokumentation ein durchweg positives Echo aus. Die Patienten fühlen sich im digitalisierten Kreiskrankenhaus gut aufgehoben und attestieren dem Personal ein hohes Maß an Fachkompetenz und Professionalität. Für unser Personal steht in erster Linie nicht die Zeitersparnis, sondern die Qualitätskontrolle, -sicherung und -verbesserung im Vordergrund.
Konzeption der Pflegedokumentation
Das Konzept beinhaltet, dass die komplette Dokumentation und Kommunikation in der Pflege durch die Software abgebildet werden. Immer wiederkehrende Eintragungen - zum Beispiel in Pflegeplänen - müssen nicht wiederholt niedergeschrieben werden. Zeiträume für Neueinschätzungen werden festgelegt und das System zeigt in der Stationsübersicht an, sobald eine Neueinschätzung, zum Beispiel des Dekubitusprotokolls, erfolgen soll.
Stationsgrafik
Die grafische Darstellung der Station und der Belegung ist der Dreh- und Angelpunkt der Zugangsmöglichkeiten für die Dokumentation. Wir haben sofort den Überblick über alle Patienten auf der Station. Von hier aus greifen wir direkt auf die für uns freigegebenen medizini-schen, pflegerischen und administrativen Informationen zu. Auf einen Blick erkennt man geplante Maßnahmen, Aufträge, neue Befunde, Bettzuweisungen, Verlegungen und Entlassungen. Von der Stationsgrafik aus gelangen wir auch in die Patientenakte, in der alle Informationen zu einem Patienten gebündelt werden.
Pflegebasisdokumentation
Die Basisdokumentation für die Pflege verwendet die aus der Praxis bekannten Formulare, dies trägt zur Arbeitserleichterung bei.
Pflegeanamnese
In der Pflegeanamnese lassen sich die häusliche Situation und der Aufnahmezustand des Patienten differenziert erfassen. Als Gliederung dient das verwendete Pflegemodell. Erfasste Pflegeprobleme oder Pflegediagnosen werden in die Pflegeplanung übernommen. Es wird von der Möglichkeit gebrauch gemacht, pflegerelevante ICD-10-Diagnosen als Vorschlag zu erfas-sen und in den DRG-Work-Place des behandelnden Arztes zu überführen.
Überleitungs- oder Entlassungsbericht
Die Informationen aus der Pflegeanamnese können übernommen und durch Daten aus der Krankengeschichte ergänzt werden. Die Erstellung des Berichtes ist ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand in circa drei Minuten möglich. Von unserer Seite aus könnte der Bericht ohne erhöhten Zeitaufwand statt per Fax auch Online zu den externen Pflegediensten übertragen werden. Bislang sind die externen Pflegedienste noch nicht darauf eingerichtet.
Dekubitusdokumentation
Durch grafische Unterstützung und digitale Bildhinterlegung ist eine schnelle Orientierung möglich. Das Dekubitusrisiko wird bei uns mit der Bradenskala überprüft (auch andere Skalen sind möglich). Auswertungen geben Auskunft über die Häufigkeit von Dekubitus zum Aufnahme- und Entlassungszeitpunkt und liefern Daten zur Qualitätssicherung. Dekubitusmeldungen können als Bericht an die Qualitätssicherungsstelle gesendet werden, um über die Inzidenz und Prävalenz von Pflegephänomenen (hier Dekubitus) zu informieren.
Wundmanagement
Im Wundmanagement erfassen wir auch mehrere Wunden inklusive der Wundbehandlung parallel. Ein Bericht zum Wundverlauf zeigt auf einem Blick, ob die Therapie den gewünschten Effekt hatte oder ob eine Behandlungskorrektur vorgenommen werden muss. Die digitale Bild-hinterlegung ergänzt die Dokumentation.
Assessmentinstrumente in der Pflege
Mit Barthel-Index, FIM, MMSE, Sturzrisikoskala, etc. stehen standardisierte Instrumente für die Beurteilung von Pflegebedürftigkeit bereit. Die Pflegeaufwandserhebung nach PPR ist integriert. Die Leistungserfassung in der Pflege (LEP) ist möglich, wird aber von uns nicht genutzt. Spezielle Protokolle, z. B. Schlafprotokoll, Fixierungsbericht, Miktionsprotokoll, Trinkprotokoll oder Schmerzprotokoll ergänzen die Dokumentation. Bearbeitete Formulare werden automatisch zu einem Pflegebericht zusammengefasst. Dieser kann je nach Bedarf durch Freitext und Textbausteine ergänzt werden. Wichtige Beobachtungen oder Durchführungsbemerkungen können an den zuständigen Arzt geschickt, zur Übergabe vorgemerkt oder direkt für die Pflegeplanung vorgesehen werden.
Kurvenführung
Die grafische Umsetzung der Kurvenführung als Fieberkurve entspricht der vorherigen Papierform. Mit einem Blick sind Vitalwerte, Medikation oder Pflegemaßnahmen, durch die der Behandlungsverlauf abgebildet wird, erkennbar. Durchführungsbestätigungen der ausführenden Pflegekraft oder neue Anordnungen des zuständigen Arztes können direkt in der Kurvenführung dokumentiert werden. Die hochinformative Fieberkurve zeigt neben Anordnungen und sonstigen Texten auch Tendenzen (Scorings) und Verläufe (Puls, Temperatur). Laborergebnisse können auch in grafischer Form angesehen werden. Die Fieberkurve dient als zentrales Dokumentationsmedium in der Visitenbegleitung.
Pflegeprozessunterstützung
Die Pflegeplanungsübersicht bietet die Möglichkeit, verschiedene Pflegeprozessschritte anzulegen und miteinander zu verknüpfen. Vordefinierte Einträge für Pflegeprobleme, Pflegeziele und Pflegemaßnahmen sind in bereits verknüpften Pflegekatalogen enthalten und unterstützen so inhaltlich bei der Pflegeplanung. Pflegediagnosen können ebenfalls in die Pflegeplanung eingebunden werden. Mit Hilfe von weiteren Differenzierungsmöglichkeiten verlieren wir Nah- und Fernziel oder die Beauftragung von Kontrollen nicht aus den Augen. Von großem Nutzen ist die Hinterlegung von Pflegestandardplänen, die bei Übernahme patientenbezogen modifiziert oder erweitert werden können. Die Pflegestandards helfen, Richtlinien in der pflegerischen Versorgung festzulegen und auf einfache Weise in der Pflegeplanung zur Verfügung zu stellen. Durchführungsstandards, die in MS Word vorliegen, können einfach eingebunden werden.
Einführung der Pflegedokumentation
Es hat sich bewährt, mit bekannten Formularen aus der Pflegedokumentation zu beginnen, um den Einstieg zu erleichtern. Die Pilotstation wurde intensiver betreut als die Folgestationen. Als zweiter Schritt hat sich bei uns der weitere Ausbau durch die Kurvenführung bewährt. In Abstimmung mit den Ärzten ist die Kurvenführung zu einem wesentlichen Element der umfassenden, berufsgruppenübergreifenden elektronischen Patientenakte geworden. Die Pflegeprozessunterstützung ist der dritte Schwerpunkt und wird bei uns zurzeit auf einer Pilotstation getestet. Alle Anwender erhalten eine Basisschulung von circa eineinhalb Stunden durch die EDV-Abteilung, um den Umgang mit dem PC, der Maus und die Dateneingabe in den Basismodulen zu erlernen. Jede Station hat einen so genannten Key-User, der sicherstellt, dass in den ersten Tagen eine begleitende Schulung in den Pflegemodulen stattfindet. Die Schulungsinhalte und erfolge werden mittels einer Checkliste dokumentiert. Der Key-User überprüft, ob auch im laufenden Betrieb die Dokumentation korrekt geführt wird und leistet Hilfestellung.
Vorteile der elektronischen Patientenakte
Das Ziel ist es, tagtäglich Dokumentationsaufgaben zu vereinfachen, die Pflegeplanung zu unterstützen und Informationen zu nutzen. Redundanz wird vermieden, das heißt, die einmalig erfassten Informationen stehen an allen erforderlichen Stellen zur Verfügung. Eingebettet in das integrierte Workflow- und Managementsystem werden Lese- und Übermittlungsfehler sowie der Zeitaufwand für die Informationsbeschaffung reduziert. Die Auswertung von Informationen erlaubt es, Erfolge in der Betreuung der Patienten sichtbar zu machen. Durch die systematische Vorgehensweise und die umfassende Dokumentation der umfangreichen Aufgaben wurde die Pflege qualitativ verbessert. Erzielt wird eine Reihe von Vorteilen - betriebswirtschaftlich, administrativ und medizinisch. Die elektronische Patientenakte führt zum nahtlosen Zusammenspiel der medizinischen und pflegerischen Dokumentation. Das Ergebnis ist die einheitliche elektronische Patientenakte. Aus ökonomischer Sicht ist zu erwähnen, dass das Kodieren der pflegerelevanten Nebendiagnosen und die Kodierkontrolle im Rahmen des medizinischen Controllings durch die elektronische Patientenakte schnell und präzise durchgeführt werden kann.
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