++Neuorganisation der Gynäkologie ab dem 01.01.2010 . ++Die niedergelassenen Gynäkologen Dr. Christoph Böhmer und Vadim Dumesch übernehmen die ärztliche Leitung der Abteilung Gynäkologie. +Anmeldungen wie bisher über das Sekretariat Tel.: 06023/506125+
Seite DruckenVorlesung Enddarm ( 2,91 MB )
Die verdaute und verwertete Nahrung wird über den Mastdarm und den Analkanal ausgeschieden. Der schlauchförmige Analkanal ist im Inneren und Äußeren von einem System von Muskelschichten umgeben, die ihn elastisch abschließen. Diese Funktionseinheit verhindert den Austritt gasförmiger und flüssiger Stoffe. Drüsen und Gefäßpolster vervollständigen dieses Ausscheidungsorgan.
Sind im Afterbereich Schwellungen oder Auswölbungen zu ertasten, sollte dies dringend von einem Arzt untersucht werden. Vorfall von Enddarm und Analbereich, Hämorrhoiden (Erweiterung des Mastdarmschwellkörpers), Thrombosen (Bildung eines Blutpfropfens) sowie gut- oder bösartige Tumoren (Geschwulste) stellen die häufigsten Ursachen dar.
Nässende Absonderungen, meist begleitet von Juckreiz, deuten auf einen entzündlichen Vorgang im Afterbereich hin.
Verändert sich das Verhalten der Stuhlentleerung (Wechsel von Durchfall und Verstopfung, unkontrollierte Wind- und Stuhlabgänge und schleimige Absonderungen im Stuhl), bedarf es einer sorgfältigen Enddarm-Untersuchung.
Oft werden die Schmerzen von einer Fistel (röhrenförmiger Gang), von einem Abszeß (abgekapselte Eiteransammlung), einem Schleimhaut- oder Enddarmvorfall, einem feinen Schleimhautriß oder gar einem Tumor (Wucherung) verursacht.
Der Schmerz tritt klopfend, brennend und unter Umständen krampfartig auf.
Sollte sich im Stuhl auch nur die geringste Blutmenge befinden, muß deren Ursache festgestellt werden. Blut kann mit Stuhl vermengt, am Stuhl anhaftend oder sich bei der Reinigung hellrot am Toilettenpapier befinden. Die häufigsten Ursachen sind Hämorrhoiden, Fissuren (Risse), Dickdarmentzündungen sowie gut- oder bösartige Dick- und Enddarmtumoren. Eine häufige Begleiterscheinung der Enddarmerkrankungen ist ein lästiger Juckreiz, besonders bei Hämorrhoiden und entzündlichen Veränderungen des Enddarmbereiches. Es kann aber auch die Folge einer falschen Körperpflege des Afters sein.
Die umfassende Ermittlung der Krankheitsvorgeschichte und die Inspektion und Untersuchung der Aftergegend, so wie das Abtasten des Enddarmes sind die ersten Schritte der ärztlichen Untersuchung. Dadurch können Umbildungen an Schleimhaut und Schließmuskel festgestellt werden. Zur weiterführenden Untersuchung wird die endoskopische Methode angewandt. Mit der Proktoskopie kann der Analkanal zumeist schmerzfrei und ohne Gefahr für den Patienten untersucht werden. In einem weiteren Schritt kann mit der Rektoskopie der gesamte Enddarm ausgeleuchtet werden. Für die Untersuchung höhergelegener Dickdarmabschnitte wird, falls notwendig, die Koloskopie eingesetzt. Bei diesem Verfahren, bei dem in der Regel keine Narkose notwendig ist, wird mit einem dünnen, flexibel steuerbaren Glasfaserinstrument das Innere des Darmes sichtbar gemacht. Hierbei besteht die Möglichkeit, Gewebeproben zu weiterführenden Untersuchungen zu entnehmen. Diese können in feingeweblichen Untersuchungen Aufschluß über eine Erkrankung geben.
Eine einfache Feststellung bestimmter Darmerkrankungen, die sich durch feinste Blutanteile im Stuhl äußern, ist der Hämocult-Test. Mittels Testbriefchen ist hier die Früherkennung gut- oder bösartiger Erkrankungen möglich.
Durch die verschiedenen ambulanten Untersuchungen stellt der Arzt fest, ob ein operativer Eingriff notwendig ist. Eine Entscheidung über die Narkoseform, örtliche Betäubung, Teilnarkose oder Vollnarkose, trifft der Anästhesist in einem Gespräch mit dem Patienten. Der behandelnde Arzt überwacht den Heilverlauf. Salbenverbände, Sitzbäder und Spülungen sind ein Teil der Nachbehandlung.
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